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Vom Beginn an war das Cabriolet Teil der Volkswagengeschichte.
Selbst in den frühesten Testserien gab es schon Cabriolets. Hier einige Beispiele.








Alle diese offenen Wagen hatten gemeinsam daß sie in ihrer Formgebung weitgehend der Liousine entsprachen
und lediglich ein Faltverdeck hatten, welches im geschlossenen Zustand die Form des Stahldachs so gut wie
möglich wiedergab. Auch die Motorhaube entsprach in der Form der Limousine. Lediglich die Frontscheibe war
bei der offenen Version in der Regel verändert und hatte eine eckigere Form.

Auch früh nach dem Krieg gab es einige Exemplare die ebenso konzipiert waren.
Die Form der Winschutzscheiben deutet jedoch darauf hin, daß sie teilweise offenbar aus umgebauten
Limousinen gefertigt worden sind.





Ab dem Sommer 1948 wurde von der Firma Hebmüller das viersitzige Volkswagen Polizeicabriolet gefertigt.
Dieser Wagen entsprach zwar grundsätzlich auch noch dem gewohnten Baumuster, er wies jedoch einige
Besonderheiten auf die dem speziellen Eisatzgebiet geschuldet waren. So hatte er z.B. ein sehr einfaches Verdeck
und statt Türen lediglich Stoffbahnen und Stoffummantelte Ketten zur Sicherung der Passagiere.





Nach dem Krieg wurde das Volkswagenwerk unter der Bezeichnung "Wolfsburg Motorworks" von den britischen
Besatzern geleitet. Der britische Militärkommandant für den Bereich in dem auch Wolfsburg lag,
war ein Oberst C.R. Radclyffe. Er hatte sich wie üblich mit einem Volkswagen für seine Fahrten versorgt.
Allerdings nicht mit einem der serienmäßigen Käfer wie sie für die CCG, der Control Commission for Germany,
gefertigt wurden. Er hatte sich ein Cabriolet bauen lassen welches eine neue eher an ein Coupe erinnernde
Karosserieform aufwies. Die Winker waren wie schon bei früheren Cabrios gesehen in die vorderen Seitenteile
gewandert. Das ergab sich durch die fehlenden B-Säulen. Neu war aber das verkürzte Dach wodurch kein Platz blieb
für hintere Seitenfenster und vor allem das optisch verlängerte Heck dessen Motorhaube in Länge und Form an die
vordere Kofferraumhaube erinnerte. Insgesamt eine, gegnüber den bekannten Formen, sehr schnittig und sportlich
wirkende Variante. Neu war auch, daß sich bei geöffnetem Dach, das Gestänge vollständig in die Karosserie
versenkte und so der sonst übliche "Kragen" nicht die Linie störte. Zwar bleib dadurch kein Platz für
Rücksitze aber das konnte man dem schönen Wagen leicht verzeihen.







Durch die Zusammenarbeit der Hebmüllers mit Wolfsburg beim Bau der Polizeicabriolets waren Besuche
in Wolfsburg sicherlich nicht selten. Auch ein Freund der Familie Hebmüller, der Volkswagen Großhändler
Gottfried Schultz aus Essen hatte natürlich öfters dort zu tun, zumal er ein Freund Nordhoffs war.
Offensichtlich hatte dabei das Radclyffe Auto einen bleibenden Eindruck hinterlassen,
denn er regte an ein weiteres Auto dieser Art zu bauen. Schon bald entstanden in Wuppertal Prototypen eines VW Zweisitzers deren Ähnlichkeit kein Zufall sein kann.
Mehr als deutlich wird das im direkten Vergleich.





Die ohnehin schöne Form wurde bei den Hebmüller Prototypen noch unterstützt durch ein reichliches Chrompaket.
Mit den verchromten Stoßstangen, Griffen und Radkappen machte der Wagen sicherlich einen ausgesprochen
luxuriösen Eindruck. Ganz neu waren die Zierleisten auf den Wagenflanken die den wolfsburger Verantwortlichen
so gut gefielen, daß er sie in die Serienfertigung der Limousine aufgenommen wurden als das Exportmodell
vorgestellt wurde. Diesem Exportmodell das im Sommer 1949 eingeführt wurde wollte der Generaldirktor Nordhoff
gern auch eine Cabriolet Version zur Seite stellen. Da man in Wolfsburg kaum über Erfahrung in der
Cabrio-Serienfertigung verfügte, beschloss man, diese an entsprechende Spezialisten zu vergeben. Der Vorschlag
aus Wuppertal kam dementsprechend gerade recht. Es wurden drei Prototypen gebaut und daraufhin überprüft
ob sie den Wolfsburger Qualitätsansprüchen genügen würden.

Hier der erste von Hebmüller gebaute Wagen. Prototyp Nr. 1




Hier der zweite Wagen. Prototyp Nr. 2




Von dem dritten habe ich nur ein Bild. Prototyp Nr. 3




Offenbar wurde der zweite Wagen später nochmal umgebaut und unter anderem mit den Seitenfenstern
und dem Dach der Serienausführung versehen. Hier sieht man ihn ein Jahr später im Garten
von Freunden der Familie Hebmüller.
Prototyp Nr. 2







Die Tests in Wolfsburg verliefen letztlich zufriedenstellend, wenn auch durch Verwindung berstende Windschutzscheiben
oder einige Details der Schweißarbeiten zunächst noch Schwierigkeiten gemacht hatten.
Anfang 1949 war die endgültige Form gefunden und Wolfsburg gab zunächst 675 Stück des VW intern Typ 14 genannten
Wagens bei Hebmüller in Auftrag.
Bis heute sticht besonders das fließende Hinterteil mit der markanten lang ausgeprägten
Nummernschildbeleuchtung ins Auge.
Hier einige Bilder des ersten serienmäßigen Volkswagen Typ 14A.









Parallel dazu wurden von Wolfsburg in Osnabrück bei der Firma Karmann ebenfalls Cabriolets bestellt.
Allerdings in viersitziger Ausführung und in der Karrosserielinie eher der Limousine entsprechend.
In der Volkswagen Typologie ist dieses Cabrio der Typ 15.




Bei Hebmüller enstanden schöne Zeichnungen die den Typ 14 in später nie realisierten Farbkombinationen zeigen.




Darunter auch die eines Coupes mit festem Dach.


Dieses Coupe wurde als Einzelstück wirklich gebaut und innerhalb der Familie Hebmüller genutzt.
Soweit bekannt hat es allerdings nicht überlebt und wurde verschrottet.




Die Serienfertigung lief an und Kundschaft und Presse reagierten sehr positiv auf den neuen Volkswagen.
Es wird immer wieder berichtet daß der Auftrag auf 2000 Stück aufgestockt wurde.
Ich persönlich glaube das nicht.





Tragischerweise geschah es daß sich mitten in diesen positiven Aufbruch hinein ein Unglück ereignete.
Am 23. Juli 1949 brach im Hauptwerk in Wülfrath ein Großfeuer aus, das praktisch den ganzen Betrieb zerstörte.






Bei Hebmüller bemühte man sich so schnell wie möglich die Produktion wieder aufzunehmen.
Einfache Stahlgerüsthallen wurden errichtet um wieder fertigen zu können. Parallel dazu wird
der moderne Wiederaufbau des Werkes vorangetrieben. Die produktivsten Typ 14 Monate folgen nun.
Allein im Jahr 1949 werden über 350 Fahrzeuge gebaut.







Im Jahre 1949 wird der Wagen auf verschiedenen Messen gezeigt.
Hier auf der AFO (Aufbau und Fortschritt) in Wuppertal und
auf der ersten Automesse nach dem Krieg in Berlin.







Auch wenn die Produktion im laufe des Jahres 1950 ins Stocken gerät werden noch über 300 Fahrzeuge gefertigt.








Diese Ansammlung von Wagen war ein Kontingent das für die Schweiz vorgesehen war.







Das große finanzielle Loch das der Wiederaufbau des Werkes gerissen hatte wurde von den vorhandenen Versicherungen
nicht gedeckt. Da von Seiten der Banken aber trotz der guten Geschäftslage keine Kredite gewährt wurden kam man in
immer größere Geldnot die letztlich dazu führte daß die Fa. Hebmüller im Mai 1952 Konkurs anmelden mußte.
Bereits 1951 war praktisch kein Typ 14 mehr gebaut worden. Im Jahr 1952 sollen dann noch einige Wagen bei Karmann
in Osnabrück komplettiert worden sein um zumindest die bestehenden Bestellungen von VW Kunden zu erfüllen.


Hier eine Liste die ich nur übernommen habe und für deren Wahrheitsgehalt ich nicht garantieren kann.



Hartnäckig halt sich das Gerücht daß zumindest einer der bei Karmann gebauten Wagen ab Werk ein
Ovali-Armaturenbrett bekommen hat. Bei einem Wagen der ende 1952 oder sogar 1953 gebaut wurde, wäre das
auch keine große Überraschung. Allerdings fehlt bis heute ein Beweis dafür. Es gibt eine Menge Autos die im
Laufe der Jahre modifiziert oder modernisiert worden sind. Auch Ovalkäfer Armaturenbretter gibt es einige. Die
bekannten scheinen aber alle nachträglich eingebaut worden zu sein. Der oder die Wagen die ab Werk damit versehen
waren sind noch nicht aufgetaucht.
Es gibt aber noch "Verdächtige" die noch nicht genauer in Augenschein genommen worden sind.




Der bei Hebmüller gebaute Volkswagen Typ 14 erfreute sich seit seinem Erscheinen großer Beliebtheit.
Er war im Vergleich zu dem bei Karmann gebauten Konkurenten immer etwas Besonderes und eben nicht "nur" ein
Käfer Cabrio. Seine Form macht ihn einzigartig und seine praktisch seit den Produktionsjahren feststehende
Seltenheit hob ihn bereits sehr früh von den normalen VW Cabrios ab. Er vereinte die Liebenswürdigkeit des Käfers
mit der Exotic eines kleinserien Sportwagens. Das wird wohl auch der Grund dafür sein daß von den knapp 700 bei
Hebmüller gebauten Wagen noch um 140 vorhanden sind und von etwa 10 000 bei Karmann gebauten
Brezel-Cabrios auch nur kaum mehr als 130 Überlebende bekannt sind.



Hier sind zwei Bilder, aufgenommen 1985, von Paul und Erich Hebmüller.
Sie waren zu Recht stolz auf die Wagen aus ihrer Produktion.

Das Gemälde zeigt die große Presse für die Hauben und ist im Privatbesitz der Familie.






Hier posiert Lieselotte Hebmüller die Frau von Paul Hebmüller.
Zwischen den Fotos liegen 47 Jahre.