"Ihr Volkswagen seid doch alle gleich!"



So hieß es in einer alten Werbung von VW, nur um sogleich das Gegenteil zu beweisen.
Tatsächlich gibt es kaum einen Zeitraum von Monaten und gar keinen von Jahren, in denen sich nicht etwas an
den Wagen geändert hätte. Manchmal grundlegende Dinge, die den Kunden gleich ins Auge sprangen und neue
Modellreihen kennzeichneten und manchmal technische Kleinigkeiten die von außen gar nicht zu sehen waren.

Auch der Typ 14A, besser bekannt als "der Hebmüller" war einer stetigen Evolution unterworfen.
Es gab eine Vielzahl von Details die sich an und in ihm im Laufe der kurzen Bauzeit verändert haben.
In der Regel ergaben sich diese Änderungen aus Erkenntnissen die während der Herstellung und im Alltagsbetrieb
gewonnen wurden und stellen Verbesserungen dar, welche die Fertigung erleichterten oder einen praktischen
oder ästhetischen Nutzen brachten.
Ich werde mal versuchen einige Details hier aufzuzeigen. Gut möglich daß sich auch Fehler einschleichen.
Wer mir mit Fotos helfen kann und Zuordnungen zu Änderungszeitpunkten und Body-Nummern präzisieren kann, der
ist herzichst eingeladen mir Informationen zukommen zu lassen.
Hier schonmal Dank an Peter Schepens und Jan Peter Henkels von denen viele Infos und Hilfen kamen.

(Scrollt nach rechts um alle Bilder zu sehen.)




Die Motorhaube ist ein herausragendes Detail des Hebmüllers. Sie hat großen Anteil am gesamt Design und hohen
Wiedererkennungswert. Auch sie hat eine gewisse "Entwicklung" durchlaufen.

1948 Prototyp Nr1
mit 4 Luftschlitzen, "Brezelnase"
und dreieckiger Nummernschildprägung

1948 Prototyp Nr2
mit 5 Luftschlitzen, "Brezelnase"
und dreieckiger Nummernschildprägung


1948 Prototyp Nr3
mit 5 Luftschlitzen, diesmal verchchromter "Nase"
und dreieckiger Nummernschildprägung


Frühjahr 1949, erstmals die langgezogene Hutze
noch keine Zierleiste auf der Haube
von der Nummernschildprägung sind nur noch zwei Ecken geblieben

ab Sommer 1949 mit Zierleiste,
keine Nummernschildprägung mehr,
die Hauben werden aber nach wie vor
aus mehrern Teilen zusammengeschweißt.

ab Sommer 1949 mit Zierleiste,
keine Nummernschildprägung mehr,
die Hauben werden aber nach wie vor
aus mehrern Teilen zusammengeschweißt.

noch ließen sich die Hauben nicht aus einem Stück
pressen und wurden daher aus mehreren Teilen
zusammengesetzt

hier sieht man die Schweißnähte



hier sieht man die Schweißnähte



hier sieht man die Schweißnähte



um die Probleme beim Pressen der Haube in
den Griff zu bekommen, wurden Mulden
zum Materialverbrauch eingefügt

etwa im November 1949 wurden eine Zeit lang
diese längeren Prägungen gefertigt


aus der Schweiz, in die viele Hebmüller verkauft
wurden, kamen jedoch Beschwerden da die Mulden
über die damaligen schmalen Nummernschilder
hinausragten

daraufhin wurden die Mulden verkkürzt
und näher zusammen gerückt


so blieben sie dann bis zum Schluß






Von der Motorhaube ist der Weg nicht weit zu den Lüftungsschlitzen.
Auch hier gab es eine Änderung.

hier die Zierleiste zwischen den
Lüftungsschlitzen

der Steg zwischen den Lüftungsschlitzen
auf dem die kurze Zierleiste befestigt
wird, war anfangs ein separates Teil

befestigt mit zwei Schrauben


rundum verzinnt um die Spalte zu schließen


ab Dezember 1949 gab es
eine Änderung in diesem Bereich

nahtlos war er dann
aus einem einzigen Stück geprägt

Ansicht von unten





Bei der Vorderkante des Bleches mit den Lüftungsschlitzen gibt es
mal wieder zwei Versionen.

die "Regenrinne" war anfangs ein
separates Teil das angeschweißt wurde

hier sieht man die Kante
wo die Rinne angesetzt ist

hier sieht man die Kante
wo die Rinne angesetzt ist

ab Dezember 1949 war die Rinne
zusammen mit dem ganzen Blech
aus einem Teil geprägt

so blieb das Teil
bis zum Schluß




Die Oberkante des Wasserfangkastens unter den Lüftungsschlitzen sieht man nur
bei geöffneter Motorhaube. Hier gibt es zwei Versionen.

bei etwa den 100 ersten Autos
leicht gerundet

danach dann gerade




Hier ist ein weiteres Detail interessant.
Die untere Halterung für die Motorhaubenstütze.

bei frühen Autos liegt die Mutter oben


bis etwa Wagen 400
im Dezember 1949

danach war das Teil gedreht verbaut
und die Mutter lag unten




Im Innenraum wurden zur Versteifung einige
Bleche eingesetzt. Auch hier gibt es Unterschiede.

bei frühen Autos ist dieses Blech
geschlossen

bis etwa Wagen 400
im Dezember 1949

danach war das Teil gelocht


so blieb es dann
bis zum Ende




Ebenfalls zur Versteifung dienten geprägte Rillen
in den Seitenwänden des vorderen Fußraumes.

bis etwa Auto 50 waren
die Seitenwände glatt

danach kamen diese Geprägten
zum Einsatz

etwa ab August 1949 waren sie so





Ebenfalls zwei Ausführungen gibt es bei den Winkerschächten
oder besser gesagt bei den Winkerhalterungen dahinter.

der Winkerschacht im vorderen Seitenteil


ursprünglich saß der Winker in einer
Halterung wie sie auch in der limousine
zu finden ist

mit großen offenen Bereichen
auf der ganzen Länge

da dort Regenwasser eindrang
wurde dieses Detail verbessert

ein rundum verschweißter, geschlossener
Kasten wurde nun verbaut

solche Kästen gab es im Hebmüller
ab Frühjahr 1950




Ebenfalls zwei Versionen von Luftfiltern wurden verbaut.
Beide speziell für den Hebmüller da unter der Haube weniger Platz als üblich war.

hier die erste Version,
der "Pilzluftfilter"

im Hebmüller allerdings mit versetztem
Loch

hier im Vergleich zum üblichen
aus der Limousine

abgelöst 1950 durch den
"Tonnenluftfilter"

ebenfalls speziell für den Hebmüller
verändert und mit einem gekröpften
Verlängerungsrohr versehen




Wie bei der Limousine gab es 1949 zwei Arten von Benzitanks.
Allerdings fand der Übergang beim Hebmüller viel später statt.

bis zum Sommer 1949 gab es
im Volkswagen diesen schmalen
Benzintank

durch die Zeitverzögerung beim Umbau
der Karosserien zum Cabrio und durch den
Brand ergab es sich, daß er im Hebmüller
noch bis Oktober und sogar November vorkommt

ab Herbst 1949 endlich auch im
Hebmüller, der neue breite Tank


leicht zu erkennen auch an der Stufe
in der Wand hinter dem Reserverad





Der Blick hinter das Reserverad zeigt auch etwas sehr interessantes.
Die Plaketten und Nummern die dem Wagen seine Identität geben.

die frühe Version mit den zwei
Plaketten und der Nummer dazwischen,
alles auf der senkrechten Wand

bei der späteren Ausführung liegt
die Hebmüller Plakette waagerecht auf
der unteren Fläche

oben die Volkswagen Fahrzeugplakette
in der Mitte die Body-Nummer
unten die Aufbau-Plakette

die Volkswagenplakette gibt die üblichen
Daten wie z. B. die Fahrgestellnummer an,
aber auch den Typ 14

hier die Body-Nummer
Typ 14 - 00XXX
jeder Wagen bekam seine "persönliche" Nummer

die Aufbau-Plakette enthält eine
fortlaufende Hebmüller interne Nummer
aber auch Jahr, Monat und Tag der Fertigstellung




Da wir gerade über Plaketten sprechen.
Es gibt noch eine, die alle Kreationen aus dem Hause Hebmüller bekommen haben.

die Karosserie Plakette,
montiert am Seitenteil
rechts, vorn

mit dieser Plakette wurden
alle Karosserien stolz als
Hebmüller Erzeugnis kenntlich gemacht

dieses Logo begleitete fast
die gesamte Hebmüller Geschichte

1949 wurde eine neues Logo eingeführt
jetzt flacher und mit waagerechten linien

obwohl man es zusammen mit
VW Hebmüllern sah, glaube ich nicht
daß es auf ihnen schon zum Eisatz kam
erst 1951 sah man es z.B. auf DKW Karosserien




Noch ein Detail wäre die Innenleuchte.

auf jeden Fall sollte sie an
den Enden abgeflacht sein

unabhängig davon ob sie aus Bakelit
oder aus Metall ist

auffällig ist die Plazierung
mitten im Dach an dem mittleren
Holzspriegel

hier im Vergleich die Leuchte in einem
Karmann-Brezelcabrio, runde Enden und
direkt über dem Fenster montiert

die Bakelit Version gab es
in hell und dunkel


an dem mittleren Spriegel gibt es eine
verbreiterte Stelle um die Leuchte
dort zu montieren

die verchromte Version scheint die
jüngere zu sein





Die Innenausstattung ist es auch wert genauer betrachtet zu werden.

hier ist ein Beispiel für die allgemein
als "amtlich" angesehene
Innenausstattung im Hebmüller

diese Ausführung ist im Prototyp Nr. 2
zu sehen


vor allem kennt man sie von den
Werksfotos eines ganz frühen Wagens,
eher noch eine Art Vorserienmodell

an diesen Werksbildern scheinen sich Generationen
von Restaurateuren orientiert zu haben


schaut man in den originalen Hebmüller
Prospekt, sieht es schon ganz anders aus


normale Stoffausführung, abgesteppt genau
wie in der Limousine


soweit vorhanden zeigen zeitgenössische
Bilder von Autos aus der Serie auch die
Sitze wie aus der Limousine bekannt

Stoff und "normale"
Absteppung


auch die aufwändige Türverkleidung
des "Vorführwagens" aus Anfangstagen
findet sich auf Fotos der laufenden Serie
auch nicht mehr

man sieht auch hier Stoff und
genäht wie im normalen Brezelkäfer


also können die Sitze in diesem Wagen
tatasächlich noch die Originalen sein





Wird fortgesetzt.............